Ich bin so erzogen worden, dass ein Gescheiter in der Schule, im Studium und im Beruf immer sehr gute Leistungen erbringen muss. Das haben mir meine Eltern gesagt, und meine Mutter war immerhin Lehrerin, das heißt: Sie war Beamtin, deren Aufgabe es war, Kinder im Sinne der staatlichen Obrigkeit zu erziehen. Sie verfügte also über die Autorität des Amtes. Und ich begriff rasch, dass wir Menschen leben, um dem Staat, dem wir angehören, zu dienen. Das allein ist der Sinn unserer Existenz. Wer sich dem Staat verweigert, ist ein "Arschloch" und gehört eliminiert.
Nun habe ich begriffen, dass ich selbst im Grunde genommen ein sehr friedfertiger Mensch bin, der niemandem Böses will. Somit kümmere ich mich nicht mehr darum, ob jemand in der Schule gute oder schlechte Leistungen erbringt, egal wie gescheit er auch sein mag. Man lebt schließlich nicht nur für den Staat, sondern auch für sich selbst.
Die Tatsache, dass ich niemandem böse bin und niemanden zu etwas zwingen will, führt freilich zu der Frage, welche politischen Ziele ich überhaupt verfolge. Ich würde meinen: im Grunde genommen gar keine. Ich will eher verhindern, dass andere Politiker ihre Ziele verwirklichen können, die ich eher als destruktiv empfinde. Es soll der Natur der Welt freier Lauf gelassen werden. Ich möchte Politik betreiben, die das Ziel hat, die Politik abzuschaffen.
Bilingual Weblog (German and English) about politics by Claus D. Volko.
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